Einfachsteuern

Entwurf für ein möglichst einfaches Steuersystem.

Bei diesem Entwurf habe ich mich leiten lassen von mehr oder weniger bekannten Leitlinien die ich an gegebener Stelle zitieren werden.

Wer arbeitet soll mehr haben als der der nicht arbeitet.

Nun, das hat doch wohl nichts mit Steuern zu tun, werden Sie denken. Aber nur Geduld, die Verbindung wird noch deutlich werden. Zu diesem Thema gibt es nun zwei widersprüchliche Konzepte, Mindestlohn und Kombilohn. Das der Mindestlohn die gegebene Alternative ist will ich an 4 Punkten aufzeigen.

  1. Historisch: Schon Adam Smith schrieb in seinem Werk "Wealth of Nations" (Kapitel 8: The Wages of Labour Absatz 14 folgende) das es einen faktischen Mindestlohn gebe den zu unterschreiten die allgemeine Menschlichkeit verbiete. Da solche Konzepte scheinbar nicht mehr aktuell sind braucht es wohl einen gesetzlichen Mindestlohn.
  2. Finanziell: Allein die Tatsache das ein Kombilohn zu höheren Ausgaben bei gleichzeitig geringeren Einnahmen der Sozialkassen führt spricht deutlich gegen diese Lösung.
  3. Anreize: Ein Kombilohn würde Arbeitgebern zusätzliche Anreize geben möglichst geringe Löhne zu zahlen. Dies könnte in der Folge diejenigen, die nach wie vor willens und bereit sind ordentliche Löhne zu zahlen, aus dem Markt drängen oder veranlassen dem allgemeinen Trend zu folgen.
  4. Marktwirtschaftlich: Ein Kombilohn erfüllt den Tatbestand einer indirekten Subvention der Unternehmen die niedrige Löhne zahlen. Dies ist marktwirtschaftlich gesehen systemwidrig. Nun werden einige einwenden das dies doch auch für einen Mindestlohn gelte, doch stimmt dies nicht. In einer Marktwirtschaft obliegt es immer dem Staat die Regeln dieser Marktwirtschaft zu bestimmen (insbesondere einer sozialen Marktwirtschaft). Allerdings müssen diese Regeln für alle gleich sein und es kann nicht sein das bestimmte Bereiche der Wirtschaft besser gestellt werden. Hieraus folgt natürlich logischerweise das es nur einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn geben darf. Brachenbezogene oder sonstwie spezialisierte gesetzliche Mindestlöhne währen in der Tat ebenfalls systemwidrig in einer Marktwirtschaft.

Nun stellt sich die Frage wie ist ein Steuersystem zu vereinfachen. Der Weg zur Vereinfachung ist eigentlich einfach, man muss zunächst die Zahl der Steuern reduzieren, idealerweise bis auf eine. Da jeder € irgendwann bei jemandem als Einkommen landet wäre also die Einkommensteuer ein geeigneter Kandidat.

Nun, dann wersuchen wir das doch. Und schon damit ist eine zweite Leitlinie erfüllt: Steuerfreiheit für Unternehmen.

Wie kann das nun im Detail aussehen?

Natürlich wird der Einfachheit halber kein Unterschied zwischen verschiedenen Einkommensarten gemacht. Dann brauchen wir zunächst einen großzügig bemessenen Steuerfreibetrag. Da würde ich mal denken das das zweifache eines gesetzlichen Mindestlohnes (daher die Einlassung zum Anfang) pro Erwerbstätigen sowie ein gesetzlicher Mindestlohn für nicht Erwerbstätige eine akzeptable Zielgröße sind (im Sinne des am Anfang genannten Grundsatzes).

Der Einfachheit halber gibt es nur einen Steuersatz. Da weit mehr als ein Existenzminimum steuerfrei ist, können wir hier großzügig sein. Also sagen wir 50%. Dieser gilt nun für alle steuerpflichtigen Einkommen bis zur Höhe von 20 Mindestlöhnen. Damit (nächster Grundsatz) passt für weit über 95% aller Steuerpflichtigen die Steuererklärung auf einen Bierdeckel.

Jenseits dieser Summe kommt nun eine Progression zur Anwendung. Für jeden Mindestlohn über dieser Grenze erhöht sich der Grenzsteuersatz um 0,1 % bis zum Maximalwert von 99,9%. Hierzu gibt es allerdings eine Ausnahme, auf Verkaufserlöse aus Unternehmensverkäufen wird nur der einfache Steuersatz von 50% fällig.

Der Grund hierfür ist einfach. Es handelt sich um eine weitere Leitlinie die da heißt: Leistung muss sich lohnen. Meiner Meinung nach kann nur so auf einfachem Weg sichergestellt werden das leistungslose (z. B.: Zins) Einkommen jeden Rahmen sprengen.

Natürlich kann die Steuerfreiheit für Unternehmen nicht unbeschränkt sein da dies sonst eine einfache Art der Steuervermeidung für ihre Eigner ergäbe. Daher gilt sie natürlicherweise nur für das operative Geschäft eines Unternehmens, sonstige Erlöse eines Unternehmens sind natürlich steuerpflichtig wobei allerdings kein Freibetrag gilt.

Einkommen als Sachwerte unterliegen natürlich ebenfalls der Steuerpflicht. Hier ist der Wert nach einem marktüblichen Verkaufserlös anzusetzen.

Nun, das war eigentlich das wesentliche. Einfach genug?

Risiken und Nebenwirkungen

Nun, das wesentliche Risiko, das hiermit verbunden ist entsteht bei der Einführung eines solchen Systems. Da auf Grund der großzügigen Freibeträge deutlich mehr Kaufkraft bei der Masse der Bevölkerung zur Verfügung steht kann dies natürlich inflationär wirken. Doch wenn man sich dessen bewusst ist so lassen sich sicher Mittel und Wege finden dies zu verhindern.

Die quasi Limitierung der Einkommen wird dazu führen das es keine Anreize mehr gibt gigantische Vermögen anzuhäufen. Mittel bis langfristig wird dies dazu führen das sich die Mehrheit der Wertpapiere welche Erträge abwerfen bei den Leuten finden die von diesen am meisten profitieren d.h. deren Einkommen unterhalb der steuerlichen Freibeträge liegt.

Da in der Regel die Politik eines Schuldners mehr oder weniger nach den Wünschen seines Gläubigers richtet wäre der Effekt eine weitgehende Demokratisierung unserer Gesellschaft.

Auch wären keine Anreize mehr gegeben gigantische Firmen aufzubauen welches natürlich von marktwirtschaftlichem Nutzen ist da sich nur bei einer Vielzahl von Firmen die Konkurrenz ergibt deren Existenz das marktwirtschaftliche System eigentlich voraussetzt. In unserer derzeitigen fast monopolistisch geprägten Wirtschaft noch von Markt zu sprechen grenzt fast schon an einen schlechten Witz.

Nun, dies weiter auszuführen könnte leicht ein ganzes Buch füllen. Daher belasse ich es bei diesen wenigen Anmerkungen und überlasse es dem geneigten Leser seine eigene Phantasie zu gebrauchen.


Helmut Metzdorf