Die Gottesgeschichte

Wie möglicherweise alles begonnen hat oder eine kurze Geschichte der Religion.

Am Anfang gab es die Gemeinschaft und diese musste logischerweise eine gewisse Größe haben sowohl um sich in einer feindlichen Umwelt zu behaupten wie auch um die fatalen Folgen von Inzucht zu vermeiden.

Um in einer feindlichen Umwelt zu überleben war es notwendig das jedes Mitglied mit den Aufgaben und Verantwortlichkeiten betraut war in denen er auf Grund seiner Fähigkeiten den größten Beitrag zum Überleben und/oder Fortschritt der Gemeinschaft leisten konnte. Solche Entscheidungen zu treffen erforderte eine Menge Erfahrung, daher wurden solche Entscheidungen einem Ältestenrat anvertraut ebenso wie alle Entscheidungen welche die gesamte Gemeinschaftbetrafen.

Nun entstanden im Laufe der Entwicklung eine Anzahl unterschiedlichster Regeln aus dem Grund das Ihre Einhaltung sich als vorteilhaft für das Überleben und/oder den Fortschritt der Gemeinschaft erwies.

Da die Verwundung oder gar Tötung eines Gemeinschaftsmitglieds die Gemeinschaft schwächte konnte dies nicht erlaubt werden. Dies galt ebenso für Mitglieder benachbarter Gemeinschaften da man ggf. in Notfällen auf deren Hilfe angewiesen war.

Aus ähnlichen Gründen wurde es üblich, sich um Verwundete und Kranke zu kümmern.

Es zeigte sich, das jene Älteren die für den alltäglichen Überlebenskampf nicht mehr stark genug waren, nahezu ideal dazu geeignet waren sich um die Erziehung der Jungen zu kümmern wobei Sie zudem Ihre intellektuellen Fähigkeiten erweitern konnten.

Dies kam über die Jungen dann wieder der Gemeinschaft zu gute und ermöglichte es langfristigere Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel Mitgliedern - denen man zutraute auf Ihrem Gebiet fortschrittliche Techniken oder Verfahren erfolgreich zu entwickeln - die erforderliche Zeit und andere Resourcen zur Verfügung zu stellen.

Natürlich entwickelten sich eine ganze Reihe von Regeln, doch möchte ich nur eine herausstellen: Wenn jemand Hilfe braucht und du kannst Ihm helfen so tue es denn es könnte passieren das du irgendwann auf seine Hilfe angewiesen bist.

Kurz gesagt, die Menschheit hatte Ihren Pfad der Entwicklung beschritten und machte gute Fortschritte.

Hin und wieder kam es nun vor das auf Grund verschiedenster Umstände eine Gruppe den allgemeinen Entwicklungspfad verliess und sich eine hierarchiche Sozialordnung entwickelte. Doch solange die gemeinsamen Fähigkeiten der gesammten Gruppe zum Überleben benötigt wurden konnte eine solche Gruppe nicht lange existieren.

Als die Entwicklung jedoch einen Punkt erreicht hatte andem die die Menschen Ihre Umgebung in einem Maße kontrollierten das diese keine direkte Bedrohung für das Überleben darstellte änderte sich dies. Nun kam es zu der Situation das nun zwei verschiedene soziale Syteme existierten, die 'traditionell' gemeinschaftlich organisierten sowie einige 'exotisch' hierarchische Gruppen.

Obwohl sich die unterschiedliche Entwicklung dieser verschiedenen Sozialordnungen noch in den Kinderschuhen befand konnten die Unterschiede kaum größer sein.

Um es kurz zu halten will ich des weiteren den Begriff 'Gemeinschaft' für die traditionelle sowie den Beriff 'Stamm' für die hierarchische Sozialstruktur verwenden.

Ich möchte nun den wesentlichen Unterschied aufzeigen:

Wie aufgezeigt betrachten wir nun eine Zeit in der das Überleben der Menschen nicht mehr direkt durch die Umweltbedingungen bedroht war und entsprechende Bedrohungen mit der fortschreitenden Entwicklung zunehmend geringer wurden.

Hierdurch wurden Resourcen freigesetzt die in den Gemeinschaften genutzt wurden um den allgemeinen Wohlstand zu erhöhen während in den Stämmen der Löwenanteil davon im Wettkampf um Rang und Status investiert wurden. Hierbei ist es leicht zu erkennen das Führerschaft durch Kompetenz effektiver ist als Führerschaft durch Status.

Auf lange Frist schienen die Stämme dazu veurteilt diesen Konkurrenzkampf zu verlieren. Daher begannen früher oder später die Stämme die Gemeinschaften als direkte Bedrohung ihrer Exixtenz anzusehen. Es mag sein das einige Stämme aufgaben und sich benachbarten Gemeinschaften anschlossen während andere es umgekehrt versuchten indem sie versuchten soch den Wohlstand benachbarter Gemeinschaften durch Eroberung anzueignen. Unglücklicherweise waren viele dieser Versuche erfolgreich. Genauer betrachtet hatten die Gemeinschaften kaum eine Chance da ihre Regeln den Zweikampf verboten während dieser sich bei den Stämmen zum zentralen Element ihrer Kultur entwickelt hatte als Mittel um gesellschaftlichen Rang zu definieren, erringen und verteidigen.

Andererseits waren die Stämme von Beginn an weit in der Minderzahl und so war es klar das es lange dauern würde sich durchzusetzen. Doch nach den Regeln der Natur in der - wie sie dachten - sich immer der Stärkere durchsetzt, waren sie überzeugt das ihr hierarchisches Gesellschaftssystem das überlegenere war. Manche ließen sich sicherlich dadurch verführen, zu schnell zu viel zu erobern so das am Ende ihre Anzahl zu gering wurde um die eroberten Gemeinschaften zu beherrschen, was dann dazu führte das sie in diesen aufgingen.

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Andere Stämme jedoch hatten daraus gelernt.

Aber es gab etwas das diese Stämme nicht verstehen konnten. Nach ihrer Meinung waren sie benachbarten Gemeinschaften in jeder Hinsicht entwicklungsmäßig überlegen. Doch ebenso wie Gemeinschaften die Idee vom Kampf (einschließlich Verwundung und Tod) nicht vereinbar war mit dem was sie als universelle (zumindest menschliche) Umgangsform ansahen, konnten sich die Stämme nicht vorstellen das eine andere als ihre 'überlegene' hierarchische Gesellschaftsform effizienter sein könne.

Dies führte unweigerlich zu dem Schluss das hier etwas übernatürliches zu Gange war. Also versuchten sie diese übernatürliche Kraft auch für sich nutzbar zu machen. Zunächst verglichen sie ihren Lebensstil mit dem der Gemeinschaften und fanden einen wesentlichen Unterschied im Gebrauch der Freizeit und natürlich in den Regeln der Verwaltung.

Natürlich konnte letzteres nicht die Ursache sein.

In ihrer eigenen Gesellschaft wurde der Großteil der Freizeit dazu genutzt um die Fähigkeiten zu perfekionieren die zum im Steben nach Rang nützlich waren. Im Gegenteil dazu war die Freizeit in den Gemeinschaften voll von Gesang, Musik, Tanz und Feiern. Das nun setzte den Rahmen für etwas neues und man erfand die Religion. Man nahm die Gesellschaftregeln der Gemeinschaften und überarbeitete sie indem man Regeln einfügte die eine hierarchische Sozialordnung verplichtend machte - zu sagen sie stammen von einem obersten Gott sollte genügen - und da die Regeln bislang nur die Erfahrung von tausenden Jahren Entwichlungsgeschichte reflektierten und daher eher etwas allgemeingültiges hatten wurden sie nur in ein Moralsystem übersetzt welches um einiges komplexer war.

Entschuldie die Störung, aber hier muß ich kurz erklären das Moral eben nicht ist wofür es die meisten Leute halten. In der öffenlichen Meinung ist Moral eine Regelsammlung die einfach und geradeheraus sagt was gut oder schlecht ist, was für die Regeln der Gemeichaften galt. Moral hingegen wertet Handlungen im Zusammenhang mit den Umständen und kann somit die gleiche Hadlung völlig unterschiedlich bewerten. Ich denke das kann man an der moralichen Frage des Tyrannenmordes gut zeigen. Da bin ich stolz völlig amoralisch zu sein. Einen Menschen zu töten ist für mich grundsätzlich und einfach schlecht und wenn es ein Diktator war ist es noch schlimmer weil er dann noch nicht eimal mehr als abschreckendes Beispiel zur Verfügung steht. Übrigens, wenn es scheint mann könne ihn nur durch Mord los werden, dann wird dies nichts nützen denn die Rahmenbedingungen werden weiterbestehen und nur darauf warten das jemand anderer seinen Platz einnimmt.

Entschuldigung aber das musste einmal gesagt werden.

Nun haben wir also die beiden Hauptkomponenten einer Religion (Ideologie and Ritual).

Eine Anzahl Regeln von einem göttlichen Wesen die anzeigen das ein einziger Herrscher eine Gesellschaft leiten solle gefolgt von einer Menge weiterer Regeln die sagen die die ersteren im Leben anzuwenden sind wozu es eine zweite herrschende Klasse von Priestern braucht um dir das zu erklären.

Wenn man jetzt noch die Freizeitaktivitäten der Gemeinschaften, Gesang, Musik, Tanz und Feiern (und natürlich etliche mehr) nimmst und sie in heilige Riten bringst dann hast du deine Religion.

Und so wurde es gemacht. Offensichtlich hat es nicht funktioniert.

Also blieb den Stämmen keine Alternative als weiterhin zu erobern und dies unglücklicherweise erfolgreich.

Natürlich wurde die Religion beibehalten da sie sehr hilfreich war die Leute zu kontrollieren und eine hierarchische Gesellschaft aufrecht zu erhalten.


Helmut Metzdorf